Vorübergehende konzerninterne Abordnung nach Großbritannien führt nicht zur Verlagerung der Steuerpflicht

Ein in Deutschland ansässiger und auch dort beschäftigter Arbeitnehmer wurde konzernintern für 107 Tage bei einer Konzerngesellschaft in Großbritannien tätig. Seine Vergütung bezog er unverändert von dem deutschen Unternehmen. Konzernintern erfolgte für ihn lediglich eine Kostenverteilung nach einem allgemeinen Verrechnungsschlüssel.

Das Finanzgericht Münster folgte der Ansicht des Arbeitnehmers nicht, dass für die Zeit seiner Tätigkeit in Großbritannien das dortige Konzernunternehmen als sein wirtschaftlicher Arbeitgeber anzusehen wäre. Es begründete seine Auffassung damit, dass der Arbeitnehmer keine 183 Tage in Großbritannien verbracht habe. Die Vergütung wurde unverändert von dem deutschen Konzernunternehmen gezahlt. Eine konzerninterne Verrechnung nach einem allgemeinen Verteilungsschlüssel reicht nicht aus, um das britische Unternehmen als wirtschaftlichen Arbeitgeber anzusehen.

Das Besteuerungsrecht verblieb in Folge in Deutschland.